05.02.2012

Bayern-Basketballer mit gelungener Wiedergutmachung gegen Göttingen

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Vor 6.548 Zuschauern spielen sich die Bayern den gesamten Frust der Auswärts-Niederlage in Tübingen von der Seele, schlagen die BG Göttingen sehr deutlich mit 101:78 (57:45) und klettern mit dem zehnten Sieg im elften Heimspiel auf Platz 6 in der Tabelle.

Am eiskalten 20. Spieltag der Beko BBL füllte sich der gut beheizte Audi Dome nur zögerlich, da sich aufgrund der Sicherheitskonferenz in München erhebliche Verkehrsbehinderungen gebildet hatten. Auch die Mannschaft von Bayern-Coach Dirk Bauermann benötigte einige Minuten, um richtig warm zu werden und in der Partie anzukommen: Jared Homan eröffnete den Punkte-Reigen, doch die Göttinger zeigten sich unbeeindruckt und treffsicher - so hatten sie nach zwei Minuten die Führung inne (4:7). Die Niedersachsen spielten frech auf, aber nach knapp sechs Minuten eroberte Robin Benzing mit einem Dreier die Führung für die Bayern zurück (16:15), und Demond Greene packte im nächsten Angriff gleich einen weiteren Dreier drauf (19:15). Nun brachten die Münchner einige Pünktchen Distanz zwischen sich und die Gäste, die eine Art Pressverteidigung spielten, mit der sie die Bayern aber nicht sonderlich beeindrucken konnten. Philipp Schwethelm versenkte quasi mit der Sirene den Dreier zum 31:23 nach dem ersten Viertel, begleitet von einem besonders lauten, kollektiven Jubelschrei der Fans, die sich mit dem Nationalspieler über das Erfolgserlebnis freuten.

Im zweiten Spielabschnitt konnten die Bayern die „Veilchen" weiter auf Distanz halten, und erneut war es Philipp Schwethelm, der den Vorsprung der Münchner von jenseits der Drei-Punkte-Linie erstmals zweistellig werden ließ: 37:27 (12. Min.). Anschließend verlieh Chevon Troutman seinem Unmut über eine Schiedsrichterentscheidung allzu gestenreich Ausdruck, wofür er ein Technisches Foul kassierte. Die Freiwürfe und den folgenden Ballbesitz konnten die Göttinger nicht nachhaltig nutzen, die Bayern hingegen setzten in dieser Phase des Spiels mehrmals Jared Homan unter dem Korb hübsch in Szene, und der Hüne wusste dort recht zuverlässig zu punkten (43:35/16. Min.). Das Spiel war in der ersten Hälfte ein wahres Dreier-Festival - 18 verwandelte Dreier (10 München, 8 Göttingen) sprechen hier eine deutliche Sprache, allerdings zeugen diese Zahlen auch von einer eher zurückhaltenden Verteidigungsleistung beider Mannschaften. Halbzeitstand 57:45.

Aus der Pause kamen die Bayern wesentlich besser und erzielten zur Freude des beinahe ausverkauften Audi Dome rasch hintereinander drei Körbe; Je'Kel Foster stellte nach 70 Sekunden mit einem Dreier den komfortablen 64:45-Zwischenstand her, da waren noch gar nicht alle Zuschauer auf ihre Plätze zurückgekehrt. Bei Göttingen war spür- und sichtbar die Luft raus: Die Trefferquote fiel in den Keller, und die Körpersprache der Gäste sprach Bände. Der anwachsende Vorsprung der Bayern kletterte durch erfolgreiche Freiwürfe von Robin Benzing erstmals über die 20-Punkte-Marke (68:47/25. Min.). Drei Minuten später erhoben sich viele Fans von ihren Plätzen, um die Rückkehr des lange Zeit verletzten Bayern Bastian Doreth zu feiern, der somit erstmals das Parkett im Audi Dome betrat - und es war schön anzusehen, wie sehr sich Bastian selbst darüber freute.
Das dritte Viertel schloss wieder Philipp Schwethelm ab, selbstverständlich per Dreier - 77:50.

Im letzten Spielabschnitt war die Partie entschieden, weitere Höhepunkte waren aber zum Beispiel ein schöner Dunking von Aleksandar Nadjfeji mit der linken Hand und der Einsatz von Nachwuchstalent Bogdan Radosavljevic, der sich zur Freude der Fans auch mit zwei Punkten auf der Scorerliste eintragen konnte. Die Zuschauer machten fleißig weiter Stimmung und hatten ihren Spaß - gegen Ende der Begegnung fieberten alle mit, ob an diesem Abend wohl die 100-Punkte-Marke geknackt würde. Und der Audi Dome wurde für die tolle Stimmung besonders bemerkenswert belohnt, indem ausgerechnet Bastian Doreth den letzten Korb des Spieles von der Dreierlinie erzielte, der gleichzeitig der erste Treffer nach seiner monatelangen Verletzungspause war - welch i-Tüpfelchen einer großartigen Dramaturgie!

FC Bayern-Trainer Dirk Bauermann zeigte sich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: „Ich möchte mich bei jedem Einzelnen bedanken, der bei gefühlten Minus 40 Grad den Weg in den Audi Dome gefunden hat. Das ist ein eindeutiges Zeichen für die Solidarität zur Mannschaft, und ich finde, das Team hat heute den Fans etwas zurückgegeben. Obwohl Göttingen in der ersten Halbzeit unglaublich sicher von außen geworfen hat, haben wir heute eine wirklich gute Defensivleistung geboten und im dritten Viertel nochmal eine Schippe draufgelegt und das Spiel entschieden. Insofern war es ein guter Abend für uns."

Michael Meeks, Trainer der Göttinger Gäste, sagte nach der Partie: „Meine Glückwünsche zu diesem guten Spiel. Die Zuschauer waren großartig. Der Auftritt meiner Jungs war in der ersten Hälfte in Ordnung, aber wie schon in der gesamten Saison haben wir im dritten Viertel Probleme gehabt. Es ist uns erneut nicht gelungen, rauszugehen und unser Spiel dann abzuliefern, wenn der Gegner ins Rollen kommt."

Am kommenden Samstag (11.02., 20 Uhr) sind die Bayern zu Gast bei der TBB Trier. Bereits am darauffolgenden Mittwoch (15.02., 19.30 Uhr) kommt der Tabellenzweite Ulm in den Audi Dome.

Es spielten für den FC Bayern München: Jared Homan (16 Punkte/10 Rebounds), Robin Benzing (15/2 Dreier), Chevon Troutman (15/2), Je'Kel Foster (13/3), Jonathan Wallace (12/4), Philipp Schwethelm (9/3), Demond Greene (7/1), Steffen Hamann (7/1), Bastian Doreth (3/1), Aleksandar Nadjfeji (2), Bogdan Radosavljevic (2) und Darius Hall.

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